Verpackungskunst - Verpackungsphilosophie

07.12.2018

...oder am Ring durch die Manege gezogen.

Manch einer möchte nach mehr aussehen, als er überhaupt ist. Wer wenig Haare hat, kompensiert vielleicht mit Bart. Wer wenig Bart hat, ist gerne glattrasiert.

Und wer der Werbung glaubt... wird nur allzu schnell rasiert.

Der unsinnigen Vorrede genug, hinein in die Niederungen der kapitalistischen Verpackungspsychologie.

Zwei schöne Beispiele möchte ich herausziehen und mich darüber echauffieren.

Wir lassen uns rasieren

Sicher, Wilkinson lässt uns nicht im Unklaren. Der Verpackung ist, kaum zu übersehen, zu entnehmen, dass hier 5 Rasierköpfe feil geboten werden. Mit der geschickten Formulierung "4 + 1" wird der geneigten Kundschaft suggeriert, hier gibt es was besonders günstig. Also fünf zum Preis von vier. Da lacht das Herz des Sparsamen.

Es lacht, bis es den Inhalt der gepriesenen Ware in Augenschein nimmt. Denn hier geht es nicht um 4 + 1. Hier geht es vielmehr um 8 weniger 3. Denn drei Plätze in die ganz augenscheinlich zur Aufnahme von Rasierklingen vorgesehen erstrahlen in jungfräulicher Unberührtheit. Sind also leer. Sicher, Wilkinson hat nicht gelogen, fünf Klingen steht auf der Verpackung, fünf Klingen sind auch drin. Psychologischerweis wird jedoch eine Verpackung gewählt, die erheblich mehr verspricht. Unlauter? Betrügerisch?

Auf den Schreck eine Kabanossi von Houdek... und schon wieder über den Tisch gezogen worden. Die klarsichtige Hälfte der Verpackung zeigt ganz deutlich, da ist Wurst drinnen. Die bedruckte Hälfte kaschiert: Und jede Menge Luft.

Aber ach, Houdek hatten wir schon mal.

Gute Nacht zusammen.

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